Wegbeschreibung

Du stehst vor mir. So wunderbar und einzigartig. Du bist super, du weiß es nur nicht. So viele Zweifel… Du machst alles falsch, du kannst es nicht richtig, du redest dir ziemlich viel ein. Ich wünschte mir, du könntest dich einmal durch meine Augen betrachten. Ich wünschte, du würdest sehen, was ich sehe.

Einen wundervollen Menschen!

Auf Arbeit kriselt es. Die Luft ist raus, man weiß nicht, wo man anfangen soll. Und privat? Freunde um die sie sich kümmert. Ein Studium für das sie keine Zeit hat. Spaß den man haben möchte. Einen Mann den man liebt. Und noch mehr Zweifel.

„Wächst mir mein Leben über den Kopf?“ „Hilf mir!“ Sagt sie. Und ich weiß nicht, was ich sagen soll. „Wie soll ich nur mein Leben aufräumen?“ „Wie soll ich nur die ganzen positiven Sachen in meinem Leben finden?“

Ich weiß. Ich weiß, dass du suchst. Und ich bin so unendlich stolz auf dich! Ich würde dich gern in den Arm nehmen und so lange festhalten, bis es dir besser geht, aber die Zeit reicht nicht. Das Telefon stört uns wie so oft! Ich kenne dich noch nicht lange, aber ich mag dich so sehr, dass es mir weh tut dich so verzweifelt zu sehen. So verzweifelt und doch so mutig! Du bist unglaublich!

Dein Leben ist durcheinander und du weißt nicht, wo du anfangen sollst. Das ist so ein bisschen wie in der Politik. Das Land bröckelt und Geld fehlt an allen Enden. Wo soll man nur anfangen? Nun, der klassische Politiker erhöht die Diäten.

Vielleicht solltest du das auch tun? Natürlich im übertragenen Sinne! Einfach mal ein bisschen mehr „fick dich!“ denken? Einfach mal an dich denken? Lass nicht immer anderen den Vortritt. Nimm dir Zeit für dich. Erhol dich mal von deinem Leben. Du hast keine Zeit? Lass dir einfach Zeit. Schalt einfach mal das Handy ab. Lass dein Leben nicht von anderen bestimmen.

Lass dich nicht von anderen verunsichern!

Gestern lief auf dem Heimweg ein Lied im Radio, was ich so noch nicht groß gehört hatte, aber einen Textausschnitt fand ich ganz beschreibend:

„Wo fang‘ ich an, wo hör ich auf?
Wo ist mein Mut, wenn ich ihn brauch‘?
Wo fängt er an, wo hört er auf?
Wo ist die Antwort, die ich brauch‘?
Wie fang‘ ich an, wie hör‘ ich auf?
Wo ist mein Kopf, wenn ich ihn brauch‘?
Wann fang‘ ich an, wann hör‘ ich auf?
Mich zu fragen, was ich brauch‘
Doch wenn ich in mich seh`
Wird aus dem Zweifel das Versteh `n
Es geht mal mit, mal ohne Glück
Zwei Schritte vor, einen zurück
Keine Antwort bleibt jemals still
Und nur so kann`s weiter geh’n
All die Fragen sind der Weg“

Wo Fang Ich An – Silly

Es gibt keine Universalantwort. So einfach ist es leider nicht. Es geht immer nur weiter und wir versuchen den Platz zu finden, an den wir gehören. Dabei sind wir doch schon da. Wir müssen nicht abwarten, bis irgendjemandem auffällt, dass wir toll sind. Denn wir sind auch ohne sie super! Warum sollten wir also darauf hin arbeiten, dass uns jemand mag? Wir sind super! Wir sind einmalig! Wir sind besonders! Und solange es auch nur einen Menschen auf der Welt gibt, der das weiß, gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, denn irgendwann werden auch die anderen verstehen.

Wir sind super! Wir gehen unseren Weg! Wir rocken die Welt!

04 Dance!

Bildungsdrama

Es ist Mitten in der Nacht und in 5 Stunden klingelt der Wecker, aber mein Kopf ist noch voller Dinge, die mich nicht schlafen lassen. Kaum sieh man sich ein paar Filme an, die einen an andere Filme erinnern, schafft es der Kopf nicht mehr mit dem Denken aufzuhören…       In diesen Filmen geht … Weiterlesen

Im Fieber

Ich weiß, ich weiß, in Zeiten wie diesen gehört es sich nicht, kein Fußballfan zu sein. Es läuft die Fußball-WM, Deutschland steht im Finale und selbst Leute, die noch nie einen Fußball in den Händen hatten und keine Ahnung von Abseits haben, springen auf die schwarz-rot-goldene Fan-Welle. Als Außenseiter gilt, wer nicht laut jubelt, wenn er ein neues Fan-Video sieht oder nicht weiß, was ein gewisser Herr Klose für einen Weltrekord aufgestellt hat. Es gibt tatsächlich Menschen, denen das alles vollkommen egal ist und ich gehöre wohl dazu. Sobald die ersten Deutschlandfahnen am Auto vor mir wild im Fahrtwind flattern, ist es für mich Zeit, wieder schreiend im Kreis zu laufen.

Man hört Nachrichten, in denen dazu aufgefordert wird, doch Rücksicht zu nehmen, wenn Arbeitnehmer am Tag nach einem Spiel zu spät zur Arbeit kommen oder noch total verschlafen sind und Stimmen werden laut, ob man nicht den Unterricht später starten könne, weil doch die Kinder auch das Spiel sehen wollen.

Entschuldigung!? Jetzt möchten wir einmal alle ganz kurz zurückspulen und nochmal darüber nachdenken, was wir sagen wollten. Ernsthaft!?

Ich möchte hier nur ganz kurz zusammenfassen: Wir reden gerade über Fußball. Genauer gesagt über ein Spiel. Ein Spiel, was laut Definition eine Tätigkeit ist, die zum Vergnügen ausgeübt wird. Und seit wann wird in Deutschland eine Leistungseinschränkung wegen vorangegangenem Vergnügen geduldet? Wie meine Oma schon immer zu ihren Kindern zu sagen pflegte: Wer abends lange feiern kann, der kann auch morgens früh aufstehen!

Nachdem ich, trotz meiner Abneigung, zum Fußballschauen – und ja, ich kenne die Regeln – genötigt wurde, habe ich vor allem über die Reaktionen des Publikums gestaunt. Alles begann ausgelassen und freundschaftlich. Ein wirklich gelungener Start, muss ich sagen und alle sahen so fröhlich und ausgelassen aus. Ein hin und her Gerenne auf dem Feld, wie man es sich vorstellt. Nach dem ersten Tor war noch alles halbwegs gut, nach dem zweiten schlug die Stimmung um und es wurde nicht besser. Man sah traurige Gesichter, weinende Kinder und zerbrochene Träume. Es gab keine lauten Sprechchöre mehr um die Mannschaft anzufeuern, nur noch den Jubel der gegnerischen Fans, die in sehr viel kleinerer Zahl angereist waren. In der Halbzeit verließen bereits einige das Stadion und am Ende wurden Spieler ausgepfiffen.

Wo andere in Deutschland jubelten, fand ich das Spiel sehr traurig. Es war nur ein Spiel. Nichts, was die Menschheit im Wesentlichen beeinflusst und nur etwas, das Vergnügen und Ablenkung bringen sollte. Natürlich möchten die meisten Ihre Lieblingsmannschaft gewinnen sehen, doch wie kann man so schnell den Mut verlieren und so tun, als würde die Welt untergehen?

Wenn ich in diesem Stadion gestanden hätte, Fußball mein Leben wäre, meine Mannschaft so weit gekommen wäre und gerade ein Tor nach dem anderen fressen würde, dann hätte ich gesungen und gerufen, was meine Stimme hergegeben hätte. Ich hätte meiner Mannschaft gezeigt, dass sie super ist und dass ich noch da bin. Ich hätte ihr zugerufen, dass ich Mut genug für sie und mich habe, dass sie nicht aufgeben sollen. Mit Sicherheit wäre ich nicht glücklich gewesen, aber ich hätte gesehen, dass sie nicht schlecht gespielt haben. Ich wäre da gewesen!

Ein Fan hat es immer einfach. Er sieht alles aus der Vogelperspektive, weiß genau, in welcher Richtung alles frei ist und wohin der Ball rollen muss. Nichts ist einfacher als Fan zu sein, denn als Fan weiß man alles besser und sieht jeden Fehler ganz genau. Und vor allem muss man nicht selbst da unten rumrennen. Ein Fan schaltet den Fernseher ab, wenn er die Nase voll hat. Ein Fan geht einfach nach Hause, wenn er endtäuscht ist.

Und der Spieler? Die Spieler, die den Mist verzapft haben, müssen bleiben und sich abschießen lassen. Ihnen sieht das ganze Land zu und sie wissen mit jeder Faser, dass keiner mehr an sie glaubt. Sie müssen durchhalten und bis zum Schluss bleiben. Für sie gibt es kein frühzeitiges Abschalten oder Heimgehen. Und anschließend erwartet sie das Schlimmste überhaupt: Ein Reporter, der fragt, was auf dem Feld passiert ist. Ernsthaft!? Hat der Mann das Spiel nicht gesehen? Was soll die Frage und welche Antwort erwartet er!? „Die Nudeln vom Mittag lagen uns zu schwer im Magen.“? „Unsere Schuhe hatten einfach die falsche Farbe.“?

Wie auch immer.

Ich finde es gut, wenn Menschen sich so für etwas begeistern können und mit ganzen Herzen dabei sind, aber lasst uns doch nicht immer so maßlos sein. Natürlich kann so ein Spiel mitreißend sein, aber es bleibt immer noch ein Spiel und eine Woche später wird kaum noch einer darüber berichten. Erst in 4 Jahren geht das Ganze dann wieder von vorn los und die Schmach von Achtzehnhundertschießmichtod und das Wunder von Weißnichtwo werden wieder ausgepackt und entstaubt.

Wir werden in keinem Geschichtsbuch etwas über Fußball lesen. Doch alle 4 Jahre wieder steuern wir auf dieses scheinbar wichtigste Ereignis unser aller Leben zu und sind gespannt, wer diesmal weinend das Feld verlässt.

Ich verstehe es nicht.

 

Alles Liebe, eure Hexe von Dach!

Gelassenheit

Situation (Juni 2013):

„Guten Morgen und einen schönen, sonnigen Tag wünsche ich Ihnen!“ – Gast blickt auf die Wetteranzeige des Tages. „Es wird schon wieder so warm! Das hält man ja nicht aus!“


Ich hatte den 4. Tag in Folge Frühschicht und schälte mich müde aus dem Bett. Es wurde langsam besser. An diesem Tag war ich nicht mehr so müde, wie an den letzten. Ob es daran lag, dass ich eher ins Bett gegangen war oder mich einfach daran gewöhnt hatte, morgens um 5 Uhr aufzustehen, kann ich nicht sagen. Es spielt keine Rolle. Eine Stunde später würde ich wieder am Tresen stehen und lächelnd meine Gäste begrüßen.

Es war ein guter Tag. Es fällt leicht aus dem Bett zu krabbeln, wenn einem die Sonne dabei zuschaut.

Vor der Arbeit traf ich eine Kollegin. Sie sah so verschlafen aus wie ich.

„Ist es nicht schrecklich, so früh schon auf Arbeit sein zu müssen?“ fragte sie.

Ich dachte an meine ständigen Spätschichten, durch die ich immer nur so nach Hause kam, dass ich eigentlich gleich ins Bett gehen konnte. Und ich dachte an meine Nachtschichten, die mein Schlafverhalten immer völlig durcheinander brachten.

„Und dann ist es warm, sobald man aufsteht! Man weiß gar nicht, was man an Kleidung noch weglassen soll.“

Ich dachte nur an die Wintermonate, in denen ich frierend mit Wärmflasche im Bett lag und trotzdem ewig nicht warm wurde. Ich musste daran denken, wie ich mich morgens aus dem Bett gequält hatte, weil es draußen kalt und dunkel war und ich einfach nicht richtig wach wurde.

Als ich es anmerke, pflichtet sie mir bei. „Das hast du auch wieder Recht!“ – Warum meckerst du dann? – fragte ich mich, sage aber nichts.

Noch eine Woche zuvor hatte ich seit einem gefühlten Monat keine Sonne mehr gesehen. Es hatte ständig geregnet und in den kurzen trockenen Phasen war der Himmel grau und Wolkenverhangen. Es war Urlaubszeit und viele Gäste wollten sich in ihren freien Tagen die Stadt anschauen. In dieser Zeit kam es in einigen Teilen Deutschland zu schweren Überschwemmungen und einige mussten ihren Urlaub deswegen absagen. Einige Gäste waren ein bisschen mürrisch, wegen des schlechten Wetters – wobei manch einer zu dieser Zeit weit schlimmere Sorgen hatten – andere waren schon froh darüber, dass es einmal nicht regnete. Ich selbst war oft müde und habe mich auf den Sonnenschein gefreut, der die Lebensgeister wieder weckt.

Doch wie empfindet es der Rest? Ist das Wetter trüb, regt man sich auf. Ist das Wetter schön, ist es gleich wieder viel zu warm. Woher kommt diese ständige Unzufriedenheit? Warum finden die Leute immer etwas worüber sie meckern können? Suchen sie danach? Ist es nicht möglich, einen Moment zu erleben, der gut so ist, wie er eben ist!?

Gerade bei so etwas Banalem wie dem Wetter sollte man meinen, dass die Menschen begriffen hätten, dass man nichts daran ändern kann, egal wie viel man sich beschwert.

„Es ist zu warm!“ „Es ist zu kalt!“ „Kann es nicht ein Mittelmaß geben!?“

Diese Frage verwundert mich dann immer wieder, da man sich selten mit einem Mittelmaß zufrieden gibt. Muss es nicht immer das schnellste Auto, das größte Haus, die schönste Frau und die teuerste Uhr sein? Würde uns ein Mittelmaß an Wetter also wirklich zufriedener machen und das Problem lösen?

Das führt mich zur letzte Frage zurück: Woher kommt diese ständige Unzufriedenheit? Und woher kommt die ständige Unzufriedenheit über Dinge, die man nicht ändern kann?

Wir alle sind nicht perfekt. Das wissen wir! Warum sollten es also andere Dinge sein? Oder ist es vielleicht nur unsere eigene Unvollkommenheit, die uns stört und wir wissen nicht, wie wir das ändern können oder sind uns dessen gar nicht erst bewusst? Liegt es daran? Suchen wir (bewusst oder unbewusst) in anderen Dingen immer nur das schlechte, um besser dazustehen, beziehungsweise um unsere eigenen Fehler zu kaschieren? Was ist denn schon so toll daran perfekt zu sein? Machen uns kleine Unebenheiten denn nicht viel sympathischer und menschlicher?

Aber unabhängig davon, woran es liegt: Wäre es nicht viel entspannender für alle, wenn wir weniger nörgeln würden? Ich weiß, dass es Situationen gibt, die einen unglaublich aufregen. Man muss sich manchmal Luft machen, damit man nicht platzt. Aber vieles (und ja, ich muss mir das auch immer wieder sagen) kann man sich auch sparen, da es absolut sinnlos ist.

Es gibt da eine sehr schöne Postkarte:

03 Gelassenheit

Ich denke, wenn sich mehr Menschen diesen Spruch zu Herzen nehmen würden, wäre ihr Leben ruhiger.

Alles, was man nicht ändern kann, sollte man akzeptieren, wie es ist. Alles Weitere sollte man sich genau ansehen. Wenn mich etwas stört, muss ich etwas ändern. Das ist so. Genauso, wie man etwas putzt, wenn es dreckig ist oder repariert, wenn es kaputt ist. Wenn einen der Job unzufrieden macht, dann muss man sich überlegen, ob ein anderer das Problem lösen könnte.

Doch bei allen Überlegungen sollte man vor allem abwägen. Denn vielleicht sind die Dinge, die einen stören, gar nicht so gravierend. Vielleicht gibt es viel mehr Dinge, die einem Freude bereiten. Und vielleicht sollte man genau dort ansetzen und feststellen, dass man kleinen Störfaktoren viel zu viel Bedeutung beimisst und dabei all das, was einem Freude bereitet aus den Augen verliert. Und wäre das nicht dumm?

Alles Liebe, eure Hexe von Dach!

Eingefahrene Denkstrukturen

Gesprächsfetzen:

  • „Ach hab ich dir eigentlich schon erzählt, dass der Martin jetzt schwul ist!?“
  • „Ab 2016 gibt es dann eine gesetzliche Frauenquote in Top-Positionen.“
  • „Luise ist übrigens bei den Zeugen Jehovas.“

Gedanken:

Was sagt man über uns? Wir sind ein aufgeklärtes und tolerantes Volk. Wir streben nach Gleichberechtigung und Gerechtigkeit.

Da sitzt man in gemütlicher Runde zusammen und plötzlich bekommt man so einen Satz um die Ohren geschmissen. Und wie reagiert man? „Aha! Echt!?“ In solchen Momenten würde ich mich gern selbst kneifen. Hast du das gerade wirklich gesagt!? In der Tat, das hast du!

Warum tun wir das?

Natürlich, ist es kein Thema, wenn jemand dem gleichen Geschlecht verfallen ist und es stört uns auch nicht, wenn jemand einen anderen Glauben hat. Und trotzdem reagieren wir immer wieder überrascht, wenn wir hören, dass eine Frau einen wichtigen Posten in einer Firma besetzt hat und müssen womöglich noch ausdiskutieren, wie sie es dorthin geschafft hat.

Das sollte doch in einer aufgeklärten Welt nicht der Fall sein.

Wir sagen, dass solche Dinge oder Gegebenheiten keine Rolle spielen und trotzdem reagieren wir darauf. Bewusst oder unbewusst tut das wohl jeder. Und das ist der Punkt an dem ich mich über mich selbst ärgere. Im Prinzip sollte es völlig unerheblich sein, weil es überhaupt nichts über die Menschen aussagt. Es sagt nichts über das aus, was an einem Menschen wirklich wichtig ist. Nichts darüber, ob er mir sympathisch sein könne oder wir vielleicht sie selben Interessen haben.

Wenn man sich Umfragen anschaut, in denen gefragt wird, was dem Menschen an anderen am wichtigsten ist, bekommt man eine klare Antwort: Der Charakter! Die Sympathie!

Nichts anderes scheint so aussagekräftig zu sein. Das ist die Antwort, die wir gern hören wollen. Das ist die Antwort, die wir erwarten und es ist die Antwort, die im Lehrbuch unter „Richtig“ steht.

Ich möchte betonen, dass ich nicht an dieser Antwort zweifle. Ich zweifle nur daran, dass wir tatsächlich so tolerant und aufgeschlossen sind, wie wir uns gern darstellen.

Ein bisschen muss ich dabei immer an eine Stelle aus einem Buch denken, welches die meisten wohl zur Genüge kennen.

Bild

Antoine de Saint-Exupéry – Der Kleine Prinz

„Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche.

Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?
Sie fragen euch. Wie alt ist er? Wieviel Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie ihn zu kennen.“

Und sind wir nicht alle ein bisschen wie die großen Leute und stürzen uns unbewusst wie ein Klatschreporter der Bild-Zeitung auf alles Unwesentliche und versuchen aus diesen Tatsachen dann irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen!?

Ich wüsste gern, wie man es schafft, seinem Kopf beizubringen, nicht außergewöhnlich auf im Prinzip uninteressante und gewöhnliche Dinge zu reagieren. Einfach aus den gewohnten Mustern des Denkens ausbrechen und nicht mehr das Klischee seiner Umwelt erfüllen.

Ich denke, dafür ist ein bisschen Übung nötig… was denkt ihr?

Alles Liebe, eure Hexe vom Dach!

 

Gute Laune kann man lernen!

Das behauptet zumindest ein Artikel im Focus, den ich mal gelesen habe.

Genauso, wie man ein Gedicht nur immer wieder lesen muss, bis man es im Kopf behält, lässt sich auch „gute Laune“ lernen.

Ich predige es meinen Freunden schon seit Jahren: „Lass den Kopf nicht hängen!“ „Alles wird gut!“ „Sieh es positiv!“ Das sind Floskel, die jeder von uns schon gehört hat uns die ein mancher wahrscheinlich nicht mehr hören kann, aber Wissenschaftler haben es belegt: Eine positive Grundeinstellung kann man erlernen und ist nicht abhängig davon, was einem im Leben schon widerfahren ist.

Grob zusammengefasst, sagt der Artikel aus, dass man sich immer wieder die schönen Dinge im Leben vor Augen halten soll. Als Training reicht es, einmal am Tag zu überlegen, was einem heute schönes oder witziges passiert ist und sich darüber zu freuen. Sie die schönen Momente in Erinnerung zu rufen, hat denselben Lerneffekt, wie sich das anfangs erwähnte Gedicht in Erinnerung zu rufen. Man vergisst es nicht so leicht! Und zurück bleibt ein schönes Gefühl!

Als ich diesen Artikel gelesen habe, fühlte ich mich sehr stark an ein Buch erinnert, was ich einmal einer sehr guten Freundin geschenkt habe.

Bild

Eleanor H. Porter – Pollyanna. Ein Waisenkind in Amerika

(Für alle dich nicht gern lesen: Das Buch wurde auch verfilmt.)

Dieses kleine Mädchen hat die unglaubliche Gabe, die Menschen in Ihrer Umgebung glücklich zu machen, indem sie ihnen zeigt, dass es auch in einer unschönen oder traurigen Situation, Dinge gibt, über die man sich freuen kann. Sie spielt mit ihnen das „Such die Freude“-Spiel. Dieses Spiel ist nicht immer einfach, aber je schwieriger es ist und je länger man die Freude suchen muss, umso schöner ist es am Ende.

Im Prinzip ist es genau das, was auch der Artikel sagt. Und das ist der Grund, warum ich jedem, der traurig ist, diese Philosophie ans Herz lege. Ich bin sicher niemand, der ein besonders schweres Leben hat, aber auch bei mir läuft nicht alles immer ganz rund. Ich möchte zeigen, dass es trotzdem immer wieder Dinge gibt, über die man lächeln oder sich freuen kann. Man muss nur lernen sie zu sehen!

Alles Liebe, eure Hexe vom Dach!

Verrückte Ideen

Ich habe eine Freundin und sie ist verrückt. Ich weiß, ich weiß, davon habe ich eine ganze Menge und jede ist auf Ihre eigene Art ganz liebenswert verrückt, doch diese ganz besonders: Sie ist nämlich Lehrerin!
Meine Freundin unterrichtet Ethik in verschiedenen Klassenstufen und macht einen Unterricht, für den ich mich als Kind auch hätte begeistern können. Ja, manchmal wäre ich gern wieder an der Schule… aber nur manchmal!
Eine etwas komplexere Hausaufgabe, die sie Ihren Schüler aufgegeben hat, war ein philosophisches Tagebuch zu führen. Die Kinder sollten sich über ein paar Wochen hin Gedanken zu verschiedene Sachen machen. Das konnten Bücher, Bilder, Lieder, Situationen oder auch Unterrichtsthemen sein. Alles was sie zum Nachdenken anregte konnten Sie benutzen und dazu ihre Gedanken aufschreiben. Eine tolle Idee, dachte ich mir und machte mit. Über Monate hinweg schrieb ich immer wieder Dinge auf, die mir durch den Kopf gingen. Manchmal eine Seite lang, manchmal auch über 3 Seiten verteilt. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und nachdem ich meine Aufgaben korrigiert zurück bekommen hatte, bekam ich auch gleich die nächste Aufgabe zugeteilt.
Und heute hatte sie tatsächlich die verrückte Idee, dass ich meine eigenen Blog starten sollte. Warum ich das jetzt tatsächlich tue? Sie kam mit meinen eigenen Argumenten um die Ecke und setzte mich Schachmatt.
Und nun sitze ich hier und schreibe und weiß nicht genau, ob sich dafür jemals einer interessieren wird. Aber wir werden es herausfinden!
Ich werde damit fortfahren, philosophisches Tagebuch zu schreiben und einfach meine Gedanken in die Welt hinaus plappern.

Wenn euch etwas dazu einfällt, lasst es mich einfach wissen.

Eure Hexe vom Dach!